Suchttherapie hilft Mutter und Kind

Veröffentlicht am 20.08.2013 in Bezirk

Recht am Bild Thomas Moser

Mütter, die mit Kindern in die Suchttherapie des Tannenhofes e.V. in Lichtenrade kommen, schließen die Therapie eher erfolgreich ab, als Mütter ohne Kinder, berichtet Herr Bröhmer, Geschäftsführer des Tannenhofes.

56 Menschen kann die Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke aufnehmen. Davon sind 16 Plätze für Erwachsene mit Kindern reserviert. Das ist eine Besonderheit, denn die rechtlichen Voraussetzungen sehen nicht vor, dass suchtkranke Eltern in der Rehabilitation wieder für die Erziehung fit gemacht werden. Kritisch ist dies besonders, berichtete mir die Leiterin des Kinderhauses Frau Tzschoppe, weil die Kinder häufig in der Zeit der Sucht vernachlässigt wurden oder traumatische Erfahrungen machten. Die Eltern-Kind-Bindung ist gestört. Viele Kinder lernen schon früh Rücksicht auf Ihre Eltern zu nehmen, ziehen sich zurück oder entwickeln sich verzögert. Die Eltern müssen das Erziehen zunächst wieder erlernen, auch um später ihr Leben selbstständig bewältigen zu können. Eine Veränderung der Reha-Verordnung ist hier durch den Träger Tannenhof Berlin Bandenburg e.V. gewünscht. Die Wiederherstellung der Erziehungsfähigkeit sollte demnach als Teil des Therapieprogramms gelten. Mit dem Wunsch der Änderung der Reha-Verordnung trat der Tannenhof an die Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin Mechthild Rawert heran.

An die Bezirksebene richtete Herr Bröhmer den Wunsch nach Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Schulräumen für die Tannenhof Schulen, darunter die Tagesgruppe im Haus am Dorfteich, die dringend neue Räume benötigen. Die Tagesgruppen in Lichtenrade wenden sich an Kinder und Jugendliche, die im Unterricht verhaltensauffällig sind und deshalb nicht regelbeschult werden können. Die Fähigkeiten sich in Gruppen zu orientieren und ihr Verhalten anzupassen lernen die Kinder in den Tagesgruppen. Dabei stellt sich heraus, dass die Kinder häufig ein eigenes Päckchen zu tragen haben und vielfach in schwierigen familiären Verhältnissen aufwachsen.

Der Besuch des Tannenhofs in Lichtenrade am 13. August 2013 ist Teil der SPD Sommertour „gesund-sozial-queer“, die organisiert wurde durch die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg. Ziel ist es mehr Aufmerksamkeit auf Gesundheits-, Sozial- und Queerprojekte zu lenken. Gerade diese Projekte spielen in der öffentlichen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennungskultur häufig eine Nebenrolle. Dabei sind sie vielfach die Garanten für eine selbstbestimmte und selbständige Lebensführung, für Teilhabe und Partizipation.

 
 

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