Im Gesundheitsbereich decken bekanntermaßen die professionellen Hilfsangebote den Unterstützungsbedarf für die Kranken oft nicht ab. Die von uns angestrebte Verstärkung der ehrenamtlichen Hilfsangebote ist deshalb hier von besonderer Wichtigkeit.
Aus diesem Grund hatte die SPD-Fraktion zur ehrenamtlichen Hilfe im Gesundheitsbereich in der BVV ein Berichtsersuchen an das Bezirksamt eingebracht.
Das Bezirksamt hat nunmehr seinen Bericht vorgelegt. Aus diesem geht hervor, dass das Bezirksamt einerseits es zwar als wünschenswert erachte, eine Ausweitung der ehrenamtlichen Arbeit, gerade auch im Bereich der Gesundheitsfürsorge und Prävention vorzunehmen. So seien beispielsweise eine Ausweitung des Zahnputzprogramms oder für das Projekt “Wellcome” (Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt) eine Ausweitung auf den Tempelhofer Bereich angedacht. Andererseits sei aber eine darüber hinaus gehende Anwerbung von weiteren ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern im größeren Rahmen für das Gesundheitsamt wegen des in den letzten Jahren erfolgten Personalabbaus nicht leistbar.
Vielmehr setze man nun den Schwerpunkt auf vorhandene Netzwerke und Gesundheitsangebote außerhalb des Gesundheitsamts. So würden durch das Gesundheitsamt Kooperationen bzw. Erfahrungen mit ehrenamtlich Tätigen freier Träger, Nachbarschaftsheimen, der Kinderklinik etc. in Anspruch genommen. Ehrenamtliche Arbeit im Gesundheitsbereich bedeute aber immer auch, so schreibt das Bezirksamt weiter, dass bei der Auswahl der Helfer medizinische und sozialpädagogische Aspekte nicht vernachlässigt werden dürften. Gerade in diesem Bereich benötigten ehrenamtlich Tätige eine kontinuierliche Begleitung, Unterstützung und evtl. auch Supervision und die Bereitstellung der erforderlichen Sachmittel.
Ehrenamtliche Hilfsangebote, die direkt zum Gesundheitsamt gehören, seien die sechs PatientenfürsprecherInnen in den Krankenhäusern und Kliniken. Außerdem sei auch das “Netzwerk Frauengesundheit” ehrenamtlich tätig. Ebenso übten die Mitglieder des bezirklichen Psychiatriebeirats ihre Funktion ehrenamtlich aus.
In anderen Bereichen arbeite das Gesundheitsamt mit freien Trägern, die ein Angebot an ehrenamtlichen Hilfskräften zur Verfügung haben, zusammen. Zum Beispiel im zahnärztlichen Dienst mit dem Projekt Neumark IV, das vom Quartiersmanagement finanziert werde. Dort seien Mütter in das Zahnputzprogramm der Neumark-Grundschule miteinbezogen. Im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst sei das Nachbarschaftsheim Tempelhof-Schöneberg ein Partner bei der Unterstützung von jungen Familien in den ersten Monaten nach der Geburt. Im bereits o.a. Projekt “Wellcome” des Nachbarschaftsheimes Schöneberg, das die immer wichtiger werdenden praktischen Hilfen für Mütter und Väter in den ersten Monaten nach der Geburt anbiete, seien ehrenamtliche HelferInnen tätig, die auch Familien betreuten, die zuvor schon mit dem Gesundheitsamt Kontakt hatten.
Auch im Cafe Frieda, einem regelmäßigen Treffen von Müttern im Rathaus Friedenau und in der Kiezoase-Familientreffpunkt seien ehrenamtliche HelferInnen Ansprechpartner für das Gesundheitsamt. Das Stadtteilzentrum Mariendorf mit seinem Standort in der Rathausstr. 27 sei ebenfalls mit ehrenamtlichen Betreuer(n)Innen ausgestattet. Zur Zeit suche der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für ein Programm für übergewichtige Kinder und Jugendliche ehrenamtliche MitarbeiterInnen als BeraterInnen für gesunde Ernährung mit Zubereitung von gesunder Kost und Bewegungsangeboten. Im Dienstgebäude Rathausstr. 27 stehe für dieses Angebot eine Küche zur Verfügung.
Auch die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche HelferInnen im Jugendamt stehe bei Bedarf dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst zur Verfügung bzw. helfe bei der Vermittlung.
Die SPD-Fraktion hat mit diesem Bericht ihr erstes Ziel erreicht, mehr Transparenz und Kenntnisse im Bereich der ehrenamtlichen Hilfe im Gesundheitsbereich zu schaffen.
Unser zweites Ziel - der Ausbau des Einsatzes ehrenamtlicher HelferInnen im Gesundheitsbereich - ist nach unserer Meinung eine vorrangige Aufgabe im Interesse der Gesundheit der BürgerInnen unseres Bezirks und wir werden weiter auf dessen Umsetzung dringen.
Rainer Baack, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion