
Die SPD-Fraktion fordert in ihrer aktuellen Initiative, das bezirkliche Verkehrskonzept für die Schöneberger Linse (Rote Insel) zu überarbeiten. Im Fokus der Kritik steht dabei besonders die neue Lenkung des Verkehrs durch den Einsatz von mehreren Modalfiltern.
“Nach der Sichtung des Verkehrskonzeptes sowie der Verkehrszählungen haben wir festgestellt, dass einige Modalfilter die Verkehrsflüsse im Kiez so konzentrieren würden, dass es im östlichen Teil der Schöneberger Linse, zu einem signifikanten Anstieg an Durchfahrten von PKWs käme”, erläutert Annette Hertlein, den Entschluss zum Antrag. „Besonders betroffen davon wäre die Ella-Barowsky-Straße, in der die zu erwartende Anzahl der durchfahrenden Fahrzeuge massiv steigen würde.”
Durch die geplanten Sperrungen würden sich die täglichen Durchfahrten von Fahrzeugen in der Ella-Barowsky-Straße zwischen Goten- und Hedwig-Dohm-Straße von 4.900 auf 7.500 Fahrzeuge und in der Torgauer Straße von 1.000 auf 2.400 Autos erhöhen.
Aus diesem Grund möchte die SPD-Fraktion den Einsatz und Nutzen, der vom Bezirksamt geplanten Modalfilter – wie im jetzigen Konzept vorgesehen – noch einmal überarbeiten lassen. „Es widerspricht der Gleichbehandlung und nachbarschaftlichen Fairness ein paar Straßen, in denen viele Menschen leben und sich drei Kitas befinden, so stark zu belasten, dass diese zum Sicherheits- und Gesundheitsrisiko werden“, kommentiert Marijke Höppner, Vorsitzende der SPD-Fraktion, die zu erwartende Situation.
Um die Lage vor Ort zu entschärfen, möchte die SPD-Fraktion bei der verkehrlichen Umstrukturierung des Gebietes daher auf komplette Sperrungen von Straßen und den Großteil der bisher geplanten Modalfilter verzichten. Ausgenommen davon soll jedoch der Bereich vor der ehemaligen Teske-Schule sein.
Dort sollen wie im Verkehrskonzept vorgesehen Modalfilter eingesetzt werden, um einen sicheren Schulweg für die Kinder der kommenden Grundschule zu schaffen. Links und rechts sollen Sackgassen entstehen und jeweils ein verkehrsberuhigter Bereich. Alternativ soll auch über andere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung des Verkehrs nachgedacht werden, z.B. niveaugleiche Querungen, Berliner Kissen, Bodennägel und Rüttelstreifen und Verkehrsverschwenkungen.
Eine weitere Entlastung vom Verkehr verspricht die Entwicklung des nahegelegenen Baufeldes 9. „Das kleine Teilstück der Ella-Barowsky-Straße, das bisher als Verbindungstraße zur Autobahn genutzt wurde, wird zukünftig entwidmet und dem Baufeld zugeschlagen werden, um dort soziale Infrastruktur zu errichten“, erläutert Marijke Höppner, die Zukunft des Areals. Und Annette Hertlein ergänzt: „Diese Maßnahme sorgt dafür, dass der Durchgangsverkehr – auch Reisebusse - nicht mehr durchs Wohngebiet fahren werden.”



