Die SPD-Fraktion möchte mit einer Gedenktafel an die polnisch-stämmige Widerstandskämpferin Hedwig Neumann (geborene Jadwiga Kasperski) erinnern, die im konspirativen Untergrund gegen die Nazis aktiv war und 1944 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet wurde.
“Das Projekt „Frauen im Schatten der Guillotine. Polinnen im Gefängnis Plötzensee“ hat erstmalig den Fokus auf eine bisher vernachlässigte Gruppe von Widerstandskämpferinnen gelenkt”, erläutert Corinna Volkmann, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, den Grund für ihren Antrag. “Wir möchten, dass Jadwiga Hedwig Neumann, die beispielhaft für viele mutige Frauen in Berlin steht, die sich gegen das Nazi-Regime auflehnten, angemessenes Gedenken zu Teil wird, das sie verdient.” Um das Leben und Engagement von Hedwig Neumann zu würdigen, soll daher an der Freifläche Martin-Luther- / Ecke Grunewaldstraße - unweit ihres nicht mehr existierenden Wohnhauses in der Martin-Luther-Str. 24 (heute 74) - eine entsprechende Gedenktafel errichtet werden.
Zur Person:
Hedwig Neumann wird 1890 in Nordrhein-Westfalen geboren. 1913 geht sie nach Berlin, wo sie als Eicherin bei der AEG arbeitet. 1916 heiratet sie den Bauunternehmer Max Neumann, von dem sie wenige Jahre später, 1923, geschieden wird. Ihren Lebensunterhalt verdient sie fortan mit der Vermietung von Zimmern in ihrer Schöneberger Wohnung. Zudem engagiert sie sich seit den 30er Jahren im „Bund der Polen in Deutschland”. Nach Kriegsbeginn nimmt sie in Not geratene Landleute bei sich auf und wird Teil des polnischen Widerstandes gegen die Nationalsozialisten. Im Oktober 1942 wird sie festgenommen und in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück eingewiesen. Von dort überstellt man sie 1943 in das Untersuchungsgefängnis in Berlin-Moabit. Im selben Jahr wird sie vom „Volksgerichtshof” wegen „Spionage” zum Tode verurteilt und am 27. Januar 1944 im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet.



