Der Schlesien-Saal im Rathaus Friedenau soll auf Wunsch der SPD zusätzlich mit einem Hinweisschild versehen werden. Die auf Holzwappen dargestellten schlesischen Städtenamen, sollen um die polnischen Namen ergänzt werden. Der SPD ist es wichtig die deutsch-polnische Geschichte aufklärerisch zu begleiten. Seit Monaten wird über das Hinweisschild diskutiert.
Hans Altmann, Gemeindebaurat und Architekt des Friedenauer Rathauses (Eröffnung 1917) berücksichtigte den dringenden Wunsch der Friedenauer Bürgerschaft und schuf für sie den ersten öffentlichen Veranstaltungs- und Festsaal in Friedenau, allgemein ‚Bürgersaal’ genannt.
Mit schwerem Holz vertäfelt und mit Wappen polnischer Städte der Region Schlesiens geschmückt – der Schlesiensaal.
Dieser Name wurde ihm aber erst 50 Jahre später verliehen. Als Reaktion auf die Umbenennung einer Breslauer Straße in Ostberlin musste der Rathausvorplatz 1964 seinen Namen Lauterplatz aufgeben und wurde nach der Hauptstadt der „Hauptstadt Schlesiens“ in Breslauer Platz umbenannt. Im gleichen Zuge wurde der Bürgersaal des Rathauses Friedenau mit der Benennung in ‚Schlesiensaal’ angeglichen.
Der Schlesiensaal zeigt noch heute Wappen verschiedener Städte, die der polnischen Region Schlesien/Slask angehören. Die Region Schlesien gehört seit 1945 zur Republik Polen und wurde mit dem deutsch-polnischen Grenzvertrag von 1991 auch von Seiten der Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich als solche anerkannt.
Die Mitglieder der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Tempelhof-Schöneberg möchten die Wappen im Saal dazu nutzen, um auf die gemeinsame deutsche und polnische Vergangenheit und Zukunft der Region Schlesien hinzuweisen. Geplant ist deshalb, die deutschen Städtenamen um die polnischen auf einem Hinweisschild zu ergänzen
Marijke Hoeppner