„Rossebändiger“ - SPD fordert Aufwertung des Kleistparks statt Ausplünderung

Veröffentlicht am 14.07.2015 in Pressemitteilung

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Umsetzung der „Rossebändiger“ vom Kleistpark zum „Stadtschloss“

SPD fordert Aufwertung des Kleistparks statt Ausplünderung

Harsche Kritik an CDU-Stadtrat Krüger

 

Mit Empörung reagiert die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg auf die aktuelle Petition der Gesellschaft Berliner Schloss zum Abbau der Bronzeskulpturen „Rossebändiger“ im Heinrich-von-Kleist-Park und deren Umsetzung an das Humboldtforum in Mitte. In der Petition heißt es wörtlich „Wir fordern die Rückführung des Neptunbrunnens und der Rossebändiger vor das Schloss bis 2019.“

 

Die „Rossebändiger“ wurden 1842/1843 von Peter Jacob Clodt von Jürgensburg als Nachbildungen einer Figurengruppe in St. Petersburg  geschaffen. Sie waren ein Geschenk Kaiser Nikolaus I. von Russland an den König und standen bis 1945 auf der Terrasse des Stadtschlosses. Sie wurden im 2. Weltkrieg in den Heinrich-von-Kleist-Park versetzt und rahmen dort das Gebäude des Kammergerichts. Das Stadtschloss wurde 1950 gesprengt. Das jetzt in Bau befindliche Humboldtforum ahmt das Schloss in seiner Kubatur und in drei von vier Fassadenansichten nach.

 

Aus Sicht der SPD-Fraktion ist der jetzige Standort der Skulpturen mittlerweile Teil der wechselvollen und teils schmerzhaften Berliner Geschichte, die ablesbar bleiben muss. Am Kleist-Park zählen auch die Königskolonnaden zu diesen Zeugnissen: Sie  standen an ihrem früheren Standort am Alexanderplatz um 1910 dem Bau des Warenhauses Wertheim im Weg und wurden als Parkzugang an die Potsdamer Straße versetzt.

 

Christoph Götz, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg: „Die Gesellschaft Berliner Schloss will auf Kosten unseres Bezirks ihr preußisches Disneyland rund um das Humboldtforum komplettieren. Das kann nicht angehen. Wenn die Gesellschaft Dekoration für das Schloss benötigt, sollte sie sich um zeitgemäße Künstler bemühen statt im Heinrich-von-Kleist-Park zu plündern und Geschichte zu klittern“.

 

Mitglied des Vorstands der Gesellschaft Berliner Schloss ist auch der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU), der im Bezirk für die Grünanlagen zuständig ist, damit auch für den Heinrich-von-Kleist-Park. Noch im letzten Jahr hatte Krüger einen Beschluss der BVV zur Entwicklung eines Konzeptes zur  Aufwertung und kulturellen Nutzung des Kleist-Parks mit Hinweis auf mangelnde Ressourcen abgewiesen.

 

Götz weiter: „Insbesondere ärgerlich ist, dass der für unsere Grünanlagen zuständige CDU-Stadtrat Daniel Krüger als Schatzmeister der Gesellschaft Berliner Schloss für diese Petition mitverantwortlich ist und sogar auf Straßenfesten Unterschriften für den Abbau der Rossebändiger sammelt. Statt sich um eine Entwicklung des Kleist-Parks zu bemühen, beteiligt sich der Verantwortliche nun an dessen Plünderung.

Krüger schadet dem Bezirk.“

 

 

 

 

 
 

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