Prostitution – ein lohnendes Geschäft für den Staat?

Veröffentlicht am 12.12.2010 in Informationen

Prostitution ist ein komplexes Problem und - so ärgerlich es ist – Verbieten bringt nichts, das hat die Erfahrung einiger tausend Jahre gezeigt. Also muss es darum gehen, die negativen Begleitumstände in den Griff zu bekommen. Wie schwierig selbst das ist, erklärte Frau Kellerhof von der Organisation Hydra den Frauen von der ASF am Donnerstag, den 11.11.2010. Aktueller Anlass sind die Probleme mit dem Straßenstrich in der Kurfürstenstraße. Im Fokus der Arbeit von Hydra steht die Situation der Frauen – auch wenn sich die aktuelle Aktion strategisch an die Freier richtet.

Ziel ist es, die Frauen vor Ausbeutung, Gewalt und Krankheiten wie AIDS zu schützen. Diese Arbeit ist sehr langwierig und aufwändig und natürlich mit Kosten verbunden; d.h., die Finanzierung der Arbeit von Initiativen, Selbsthilfegruppen und Organisationen wie Hydra ist eine ständige Herausforderung.

Der Staat profitiert unmittelbar von der Prostitution über Steuereinnahmen, die von den Frauen aufgebracht werden müssen. Will das Finanzministerium nicht als Zuhälter dastehen, müsste es mit dem so verdienten Geld die Bekämpfung seiner Einnahmequelle finanzieren. Zwar bekommt Hydra einen öffentlichen Zuschuss, ist aber trotzdem weitgehend abhängig von privaten Spenden.

In Anbetracht der Höhe der Staatseinnahmen in diesem Bereich (nach einer Schätzung der Universität Viadrina Frankfurt/Oder ca. 3,35 Milliarden €!) muss unsere Forderung sein, dass Herr Schäuble einen bestimmten Prozentsatz dieser „Vergnügungssteuer“ Initiativen zur Verfügung stellt, die für eine Verbesserung der Lebensumstände und Gesundheit der Prostituierten kämpfen - so, wie Geld aus der Tabaksteuer verwendet wird, um Anti-Raucher-Kampagnen zu finanzieren.

Petra Rudolphi-Korte

 
 

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