Das Quartiersmanagement (QM) ist ein wichtiges und entscheidendes Instrument des Programms „Die soziale Stadt“, mit dem ein Beitrag dazu geleistet wird, Kiezen mit erheblichen sozialen Problemen eine neue Perspektive zu geben. Die Förderung von Kunst- und Kulturprojekten im Rahmen des QM halten wir für eine sinnvolle Ergänzung der Aktivitäten vor Ort.
Dabei müssen zwei Bedingungen Beachtung finden:
* Erstens müssen die Ausgaben für Kunst und Kultur im Rahmen des QM in einer vernünftigen Relation zu den ansonsten dafür im Bezirk ausgegebenen Mitteln stehen.
* Zweitens müssen Kunst- und Kulturprojekte einen unmittelbaren Bezug zu den Menschen im Kiez haben.
Beim im Rahmen des QM durchgeführten Kunstwettbewerb Potsdamer Straße sehen wir beide Bedingungen nicht erfüllt.
„Weder sind 200.000€ für ein einzelnes Kunstprojekt eine vermittelbare Summe angesichts der Haushaltslage des Landes Berlin und des Bezirks noch hat der Wettbewerb oder die Realisierung des Siegerentwurfs einen plausiblen Bezug zu den Menschen, die im Schöneberger Norden leben und arbeiten.“, erklärt Margrit Zauner, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BVV. „Auch kulturpolitisch wird mit einer solchen Aktion ein falsches Signal gesetzt. 200.000 Euro für ein einzelnes Projekt und einen einzelnen Künstler stehen in keiner Relationen zu der Höhe der Unterstützung der freien Kunstszene im Bezirk außerhalb des Quartiersmanagement“, betont Serge Embacher, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
Wir sind durchaus der Auffassung, dass sich Politik aus einer Diskussion um die ästhetische Qualität von Kunstwerken heraushalten sollte – aber bei einem Kunstprojekt, finanziert durch Mittel der „Sozialen Stadt“ muss nicht nur die ästhetische Komponente Berücksichtigung finden, sondern auch die Akzeptanz unter den Bewohnern, die Angemessenheit und die wirklich erreichte Aufwertung des Quartiers. Vor diesem Hintergrund lehnen wir die Realisierung des geplanten Kunstprojektes an der Potsdamer Straße aus öffentlichen Mitteln im gegebenen Kostenrahmen und zu den vorliegenden Bedingungen ab. Wir brauchen für die Menschen im Schöneberger Norden weiter ein gut funktionierendes Quartiersmanagement und kein teures Kunstprojekt, das die gute Arbeit vor Ort unnötig mit kritischen Diskussionen belastet.