Der von der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg geforderte Erhalt der Stadtteilbibliothek im Rathaus Friedenau nimmt konkrete Gestalt an. Im Zuge der Beratungen des Landeshaushaltsplans wurde im Abgeordnetenhaus über eine zusätzliche Finanzierung von je 300.000 € in den Haushaltsjahren 2016 und 2017 entschieden.
Dies berichtete Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) dem für Finanzen zuständigen Hauptausschuss der Bezirksverordnetenversammlung am 02. Dezember 2015. Die zusätzlichen Haushaltsmittel wurden auf der Landesebene mit einer verbindlichen Erläuterung versehen und sollen für die „Förderung einer Bibliothek im Rathaus Friedenau oder anderer Bibliotheksstandorte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg“ verausgabt werden. Die SPD-Fraktion wird darauf achten, dass das Geld der Bibliothek im Rathaus Friedenau zu Gute kommt.
Seit Monaten setzt sich die SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg für den Erhalt der Gerhard-Hauptmann-Bibliothek im Rathaus Friedenau ein. Auf Initiative der SPD-Fraktion wurde das Bezirksamt aufgefordert, ein Konzept für eine Kooperations-Bibliothek mit der im Rathaus Friedenau entstehenden Unterkunft für geflüchtete Menschen zu entwickeln. Das Konzept soll u.a. geeignete Gruppenangebote im Bereich der Lese- und Sprachförderung, Integrationsangebote sowie Kooperationen mit Schulen, der Volkshochschule und lokalen Initiativen wie der Initiative zum Erhalt der Gerhard-Hauptmann-Bibliothek und der AG Bibliotheken des Willkommensbündnisses Friedenau hilft! berücksichtigen.
Bisher liegt erst eine Kostenschätzung vor. Ein inhaltliches Konzept steht noch aus. Dieses soll erarbeitet werden mit erfahrenen Akteuren in den Bereichen Bibliothek und Flucht wie der Landeszentralbibliothek, der Landeszentrale für politische Bildung und der Initiative Asylothek, die bundesweit schon ehrenamtlich betriebene Bibliotheken in Unterkünften für Geflüchtete betreibt. Selbstverständlich soll die Stadtteilbibliothek weiterhin allen Friedenauer Bürgerinnen und Bürgern offen stehen.
Dazu erklärt der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jan Rauchfuß:
„Mit großer Erleichterung haben wir die Ergebnisse der Haushaltsberatungen im Abgeordnetenhaus aufgenommen. Nun gilt es, die zusätzlich verfügbaren Mittel in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Bibliothek im Rathaus Friedenau zu investieren. Die zuständige Stadträtin ist deshalb aufgefordert, schnellstmöglich das geforderte Konzept vorzulegen.“
Die Friedenauer Bezirksverordnete und Initiatorin der Beschlüsse zur Gerhard-Hauptmann-Bibliothek, Marijke Höppner, ergänzt:
„Wir freuen uns, das die rot-schwarze Koalition dem Bezirk weitere 300.000 € zur Verfügung stellt zur Rettung der Friedenauer Bibliothek und für die Etablierung eines Modellvorhabens für Geflüchtete im Rathaus Friedenau. Dies wurde aber nur nötig, weil die Kulturdezernentin Kaddatz (CDU) die Finanzierung der Gerhard-Hauptmann-Bibliothek aus dem Haushaltsplan genommen hat. Viele Friedenauerinnen und Friedenauer haben für den Erhalt gekämpft und nicht zuletzt mit einem Einwohnerantrag den Erhalt des Standorts gefordert. Nun kann dieser wichtige Ort des Lesens, Lernens und der Erkundung von Wort und Sprache erhalten bleiben. Den bezirklichen Bibliotheken kommt eine zentrale Rolle dabei zu, Menschen an Sprache heranzuführen. Gleichzeitig wollen wir die Bibliothek als Treffpunkt für alle Friedenauerinnen und Friedenauer im Rathaus erhalten. Dass dies nun möglich ist, ist das Ergebnis monatelanger Arbeit und ein großer Erfolg. Wir sind gespannt auf den partizipativen Prozess zur Gestaltung der Kooperations-Bibliothek.“