Andreas Wilcke wird am Sonnabend, den 25.02.2006 75 Jahre alt. Er hat sich in Schöneberg besonders um das Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus verdient gemacht. In den 80ziger Jahren spürte er die Unterlagen der Schöneberger Finanzdirektion auf, die minutiös, die Adressen verfolgter und deportierter jüdischer Mitbürger/innen auflisteten. Allein aus dem Bayrischen Viertel sind 6000 Menschen jüdischen Glaubens den nationalsozialistischen Verbrechen zum Opfer gefallen. Für jeden verloren gegangenen Menschen schrieb Andreas Wilcke von Hand ein Karteikärtchen, mit Namen und Anschrift. Auf diese einfache Weise machte er die Ausmaße des unvorstellbaren Grauens fassbar. Die Karteikarten sind zurzeit wieder in der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Rathaus Schöneberg zu sehen. Sein Engagement bezieht auch die Verlegung von Stolpersteinen mit ein, diesen einfachen Gedenksteinen gegen das Vergessen. Er kämpft ebenfalls für den Erhalt der Opfer des Kapp Putsches, die auf dem Friedhof Eythstraße begraben sind. Er möchte die Anerkennung dieser Grabstätten als Ehrengräber erreichen. „Wir danken Andreas Wilcke für sein unermüdliches Engagement und wünschen ihm Gesundheit und weiterhin soviel Energie für sein neues und für viele weitere Lebensjahre,“ gratuliert Margrit Zauner, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg. Andreas Wilcke ist aktives Mitglied der SPD, war Bezirksverordneter in der BVV Schöneberg und ist jetzt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60 plus von Schöneberg.



