SPD Friedenau fordert die Wiederanbringung der Gedenktafel für Paul Löbe

Veröffentlicht am 26.09.2018 in Geschichte

Die Mitgliederversammlung der SPD Friedenau beschloss am 25.9.2018 einstimmig einen Antrag, dass die Gedenktafel für Paul Löbe wieder an seinem Wohnhaus in der Rubensstraße 118 angebracht werden soll.

"Die SPD Friedenau bittet die Mitglieder der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg, das Bezirksamt aufzufordern tätig zu werden, damit  die vom Wohnhaus Rubensstraße 118 durch die Hauseigentümerin entfernte Gedenktafel für Paul Löbe wieder angebracht wird. Bei Ablehnung durch die Hauseigentümerin soll an einem geeigneten Standort vor dem Haus im Straßenland eine Stele oder Ähnliches zum Andenken an Paul Löbe erstellt werden.

Paul Löbe, geboren 1875, von Beruf Schriftsetzer, begann seine politische Karriere als Journalist und Stadtverordneter in Breslau. 1919 zog er für den Wahlkreis Breslau in die Weimarer Nationalversammlung ein und 1920  für die Sozialdemokratische Partei in den Reichstag.
Mit nur kurzer Unterbrechung wurde er über die gesamte Weimarer Republik zum Reichstagspräsidenten gewählt, bis er  nach den Juli-Wahlen 1932 vom Nationalsozialisten Hermann Göring abgelöst und 1933 für 6 Monate  inhaftiert wurde.


Nach dem Krieg leitete er als Alterspräsident die konstituierende Sitzung des ersten Deutschen Bundestages am 07. September 1949, in den er als Vertreter Berlins gewählt worden war. 1949 wurde er außerdem zum Gründungspräsidenten des deutschen Rates der „Europa-Bewegung“, 1954 – als fast 80-Jähriger – Präsident des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, dem er bis zu seinem Tod am 3. August 1967 als Ehrenpräsident angehörte. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis in Berlin beigesetzt und erhielt ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof Zehlendorf.
Er wird bis heute als hervorragender Repräsentant der ersten Deutschen Demokratie gewürdigt und als vorbildliche Persönlichkeit in einer Zeit schwerer politischer Kämpfe, in der  er gegen alle Anfeindungen die Arbeit des Parlaments hochgehalten und die Verfassung und den Rechtsstaat verteidigt hat. Das spiegelt sich auch darin, dass der Deutsche Bundestag eines seiner Gebäude zu seinem Andenken nach ihm benannt hat.


Seine schon 1949 an den Deutschen Bundestag gerichtete Forderung nach einem „Deutschland als von gutem Willen erfülltes Glied eines geeinten Europa“ zeigt seine schon damals vertretene aber noch nicht durchführbare versöhnliche Politik.


Paul Löbe lebte von 1936 bis 1939 in einer für ihn besonders schweren Zeit als von den  Nazis verfolgter ehemaliger Reichstagspräsident in der Schöneberger Rubensstraße 118."

 
 

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