

Die SPD-Fraktion hatte mit einem Änderungsantrag zur bestehenden Beschlussempfehlung zur Drucksache 1224/XXI darauf gedrängt, das Flächenpotenzial des Tempelhofer Parkfriedhofs nach Ablauf der Friedhofsnutzung im Jahr 2027 für den Sport zu sichern.
„Aus bezirklicher Sicht ist das ein seltener Glücksfall. Wann stehen schon mal fast 125.000 Quadratmeter Fläche für eine Fortentwicklung zur Verfügung, die obendrein dem Bezirk gehören?“, kommentiert Kubilay Yalçin, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, die Situation vor Ort. „Wir haben hier die einmalige Chance etwas gegen die Infrastrukturdefizite der gewachsenen und wachsenden Stadt zu unternehmen.“
Das Vorhaben der SPD-Fraktion, dass durch den mittlerweile ausgeschiedenen Bezirksverordneten Axel Seltz, initiiert wurde, wird auch durch das bezirkliche „Soziale Infrastruktur-Konzept (SIKO)“ (siehe Drucksache 1188/XXI) gestützt, welches ebenfalls die Nutzungsvarianten Sport und Grünflächen - auch als Mehrfachnutzung - vorschlägt (S. 109).
Bereits etwas mehr als die Hälfte der Friedhofsfläche würde ausreichen, um die Defizite an Sportflächen in Mariendorf und Tempelhof - in deren Schnittstelle der Friedhof liegt - auszugleichen und neue Räume für die sportlichen Aktivitäten der Menschen im Bezirk zu erschließen.
Der Appell an die Fraktionen von CDU und Grünen, sich den Entwicklungsmöglichkeiten einer der letzten großen Flächen im Bezirkseigentum nicht zu versperren, verhallte ungehört. Damit haben die Fraktionen von CDU und Grünen dafür gesorgt, dass dem Bezirk ein Bärendienst erwiesen wird und die dringend benötigten Sportflächen weiterhin nicht geschaffen werden können.
“Ich halte es für höchst bedenklich, wenn eine schwarz-grüne Mehrheit in der BVV schon aus grundsätzlichen Erwägungen von vorneherein ausschließt, dass auf dem Gelände eine potenzielle Sportfläche entstehen soll. Man kann nicht einerseits ständig beklagen, wie schlecht der Bezirk mit Sportanlagen ausgestattet ist und sich anderseits dann verweigern, wenn es darum geht, Potentiale für Sportanlagen zu erschließen.” kommentiert Oliver Fey, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion das Abstimmungsverhalten von CDU und Grünen.



