Gedenken an Siegfried Translateur: SPD fordert Klang-Installation

Veröffentlicht am 18.04.2016 in Pressemitteilung

 

Zum Gedenken an den Komponisten des „Sportpalast-Walzers“ Siegfried Translateur fordert die SPD mit einem Antrag zur BVV am 20. April, dass am Standort des ehemali-gen Sportpalastes eine künstlerische Klang-Installation errichtet werden soll. Zu hören sein soll der bekannte Walzer des Komponisten, der mit der Örtlichkeit eng verbunden ist. Dazu wäre zunächst ein künstlerischer Wettbewerb durchzuführen.

 

 

 

 

Die Installation, die im Gehwegbereich an der Potsdamer Straße, Ecke Pallasstraße er-richtet werden soll, soll so gestaltet werden, dass sie interaktiv auslöst.

Beeinträchtigungen der Anwohner sollen aber nicht entstehen, nachts soll die Installation deaktiviert sein.

Aktuell ist in der Diskussion um die geeignete Form der Erinnerung an Siegfried Translateur durch Äußerungen des kulturpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion Matthias Steuckardt ein politischer Eklat eingetreten: Die CDU hatte die Benennung eines nahe gelegenen Platzes nach dem jüdischen Komponisten beantragt, was SPD und Bünd-nis90/Grüne ablehnten unter Verweis auf den grundsätzlichen Beschluss, dass im Bezirk Straßen und Plätze vorläufig nur noch nach Frauen benannt werden sollen.

Steuckardt hatte diese Ablehnung auf seiner Facebook-Seite in einen Kontext zum Nationalsozialismus gestellt. SPD und Grüne fordern für diese Entgleisung eine öffentliche Entschuldigung von Steuckardt, die bislang aussteht.

Christoph Götz, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Tempelhof-Schöneberg: „Die Erinnerung an Siegfried Translateur ist uns wichtig. Wir denken, dass wir dazu den richtigen Ansatz entwickelt haben und hoffen, damit zur Überwindung der Differenzen beitragen zu können.“

Zum Agieren der CDU ergänzt Stefan Böltes, Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Seit der Beschluss zur Benennung von Straßen und Plätzen nach Frauen mit rot-grüner Mehrheit gegen die CDU gefasst wurde, provoziert die CDU mit Anträgen zu Benennungen nach populären Männern, zuletzt Günther Pfitzmann. Die CDU instrumentalisiert das Gedenken politisch. Wir rufen die CDU auf, zu einer sachlichen Diskussionskultur zurück zu kehren, auch aus Respekt gegenüber den zu Ehrenden.“

 
 

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