Frauen sind aller Ehren wert!

Veröffentlicht am 27.06.2012 in Bezirk

Marijke Höppner, Sprecherin für Frauenpolitik

Bei der Benennung von Straßen spielen Frauen bisher kaum eine Rolle – das soll sich ändern.

Die SPD-Fraktion in der BVV setzt sich dafür ein, Frauen in Tempelhof-Schöneberg sichtbarer zu machen – durch mehr Straßenbenennungen.

Über Jahrzehnte hinweg wurden Straßen in Berlin und im Bezirk überwiegend nach Männern benannt. „Das ist wenig verwunderlich.“, stellt Marijke Höppner, frauenpolitsche Sprecherin der SPD-Fraktion in der BVV, fest. „In der Geschichtsschreibung fand das Leben von Frauen kaum Platz. Die Biografien von Frauen sind weniger bekannt, ihre Verdienste finden weniger Aufmerksamkeit, dabei haben sie Vielfältiges geschaffen, das ehrenwert ist.“
Um die zehn nicht benannten Straßen gibt es in Tempelhof-Schöneberg, die so genannten Nummernstraßen. Außerdem gibt es einige Plätze ohne Namen. Auch rund um den neuen Tempelhofer Park auf dem ehemaligen Flugfeld werden einige Straßen entstehen, die benannt werden können.

Ein Namenspool muss her

Damit sich alle Menschen an diesem Prozess beteiligen können, hat die SPD im Bezirksparlament einen Antrag initiiert und beschlossen, indem sie die Einrichtung eines Straßennamenpools fordert. Er soll wie eine Sammelstelle funktionieren, in die Bürgerinnen und Bürger ehrenwerte Frauen melden können.
Der Beschluss geht zurück auf das Straßengesetz, in dem es heißt, dass Straßen vorrangig nach Frauen benannt werden sollen. In Tempelhof-Schöneberg ist dieses Verfahren schon gang und gäbe, denn bereits 2005 forderte die Bezirksverordnetenversammlung, dass Straßen und Plätze solange nach Frauen benannt werden sollen, bis ein gesellschaftliches Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern im Straßenland erkennbar ist.

Dies basiert auf zwei Feststellungen: Die Geschichtsschreibung hat Frauen lange übersehen. Und: Eine gleichberechtigte Gesellschaft braucht Vorbilder beider Geschlechter. Bisher sind Frauen aber eher in der Minderheit und tauchen auf Straßennamensschildern selten auf. 2005 gab es in Tempelhof-Schöneberg 385 Straßen, nur 28 davon waren nach Frauen benannt. Etwa ein Drittel der Namen bezieht sich auf Figuren aus Wagneropern und aus der Mythologie.

Mitmachen erwünscht

Zwar sind in den letzten Jahren einige Frauennamen auf Straßenschildern im Bezirk dazugekommen, zum Beispiel Erika Gräfin von Brockdorff in Schöneberg oder Hildegard Knef am Bahnhof Südkreuz. Doch der Bedarf und das öffentliche Interesse scheinen weiter gegeben: In den letzten Wochen haben Bürgerinnen und Bürger aus Tempelhof-Schöneberg schon fast 20 Namen von Frauen vorgeschlagen, die sie für ehrenwert halten.

Haben Sie auch einen Vorschlag? Dann schicken Sie ihn uns – mit einer kurzen Begründung, warum gerade die von Ihnen vorgeschlagene Frau mit einem Straßennamensschild geehrt werden soll.

 
 

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