Gedenken an Rosa Luxemburg

Veröffentlicht am 16.01.2022 in Geschichte
Am 15. Januar 2022 jährte sich Rosa Luxemburgs Ermordung durch rechte Freikorpsoffiziere zum 103. Mal. Gemeinsam mit den Jusos erinnerte die SPD Friedenau an die Sozialistin und Antimilitaristin.

Vor Rosa Wohnhaus in der Cranachstr. 58 hielt Marijke Höppner, SPD-Fraktionsvorsitzende Tempelhof-Schöneberg, die Gedenkrede. 
 
Über den neuesten Stand der Rosa-Luxemburg-Forschung berichtete Ottokar Luban, Sekretär der Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft.

Und vor Rosas erster Wohnung in Friedenau, in der Wielandstraße 23, erinnerte Sinem Taşan-Funke, Juso-Landesvorsitzende, an das Wirken einer wichtigsten Persönlichkeiten der sozialistischen Bewegung.
 
 

Gedenkrede von Marijke Höpper

Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 in Zamosc, Kongresspolen im Kaiserreich Russland geboren. Gründerin der SDKP in Polen, Mitglied der SPD in Deutschland, Gründerin des Spartakusbundes und Gründerin der KPD. Politikerin, Redakteurin, Herausgeberin, Revolutionärin.  

Als wir vor vielen Jahren bei den Jusos Berlin dachten, wir möchten auch ein bisschen Rosa Luxemburg als Teil unserer Identität pflegen, wandten wir uns an die Falken zur Unterstützung und veranstalteten unser eigenes kleines Rosa und Karl-Seminar in der Villa Freundschaft im Wedding. Wir diskutierten einen ganzen Tag lang über Revolution, Streik, Demokratie, Pazifismus und Internationalität. Wir spielten eine fiktive Podiumsdiskussion nach dem Skript der Falken nach zum Revisionismusstreit mit den Rollen von Rosa, Karl Kautsky, Eduard Bernstein und August Bebel. Und vor allem gingen wir beflügelt und motiviert nach Hause am Ende des Tages. Auch ein bisschen, weil wir so sein wollten wie sie. Ein bisschen sein wie Rosa Luxemburg. Oder wie man schnell sagt „Rosa“. Sie ist eine Frau, die wie ein Popstars keinen Nachnamen braucht. Noch heute benennen Eltern ihre Kinder nach ihr. Und wenn man fragt, wissen viele: Das ist diese Revolutionärin. Rosa wurde zum Monument der Arbeiterbewegung stilisiert. Sie ist eine Legende geworden.

Die kluge, mutige und unbeugsame Rosa. Rosa, die intelligent und scharf diskutierte und die Massen mobilisierte. Eine leidenschaftliche Kämpferin für die Sache.  

Kein Wunder, dass diese Rosa sich, als sie 1898 nach Deutschland kam der SPD anschloss. Denn die SPD war zu diesem Zeitpunkt das revolutionäre Zentrum der internationalen Arbeiterbewegung. Und sie war Internationalistin und sie setzte sich für die unteren Schichten gegenüber den Privilegierten ein.  

Wir können uns kaum vorstellen wie es damals für Rosa war - als Frau, als gebürtige Polin und als Jüdin. Ihr gegenüber eine SPD von Männern beherrscht und organisiert. Sie wurde als „respektlose Stechmücke“ oder „giftige Nudel“ bezeichnet. Während sie den Schafsgehorsam und die Friedhofsdisziplin der deutschen Genossen kritisierte. Sie belebte die SPD, aber es machte sie auch zur Außenseiterin. Sie stritt beherzt für die Sache. Sie war das Talent, dass die Massen mitriss. Sie konnte mobilisieren und radikalisieren, hatte aber keine Chance auf eine politische Karriere.  

Als die deutsche Sozialdemokratie den ersten Weltkrieg nicht verhinderte brach es ihr, der Internationalistin und Pazifistin, das Herz. Ihr Engagement brachte sie ins Gefängnis, in dem sie bis nach dem Krieg inhaftiert blieb. Sie gründete den Spartakusbund, setzte sich für die Räterepublik ein und gab später der KPD ihr Programm.  

Schon am 11.3.1914 schrieb sie an Walter Stöcker:

"Lieber junger Freund, ich versichere Sie, dass ich auch dann nicht fliehen würde, wenn ir der Galgen drohte, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ich für durchaus notwendig halte, unsere Partei daran zu gewöhnen, dass Opfer zum Handwerk des Sozialisten gehören und eine Selbstverständlichkeit sind. "

 
Sie kämpfte zeitlebens in Schrift in Artikeln und auch in ihrer Zeitung, in Wort auf Demonstrationen und Versammlung und in der Tat, eben bis zur Inhaftierung. Um Sie herum radikalisierte sich die Arbeiterklasse bis hin zur Novemberrevolution. Während sie die Einsätze in ihrer Zeitung die Rote Fahne zu beeinflussen versuchte, kippten die Mehrheitsverhältnisse auf der Straße. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden schließlich festgesetzt und am 15. Januar 1919 ermordet und in den Landwehrkanal geschmissen.

Am Tag ihrer Beisetzung sollten die Arbeiter weltweit die Hände ruhen lassen, zumindest sagt dies Paul Levi in seiner Grabrede. Der Mythos um Rosa Luxemburg, der scharfsinnigen Analytikerin und leidenschaftlichen Kämpferin, die für ihre Ideale das Leben lassen musste, war schon damals weltumspannend.  

Heute ist Rosa Luxemburg eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der sozialistischen, sozialdemokratischen und internationalen Arbeiterbewegung. Begriffe wie Masse, Mehrheit und Demokratie bildeten ihr Fundament.  

Wir gedenken heute der klugen, mutigen und unbeugsamen Rosa Luxemburg.

 
 

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