117. Friedenauer Gespräch am 29. Juli: Zukunft Güterbahnhof Wilmersdorf

Veröffentlicht am 17.07.2011 in Stadtentwicklung

Güterbahnhof Wilmersdorf

Das Geländes des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf liegt zwischen Innsbrucker Platz und dem Bundesplatz. Es soll bebaut werden. Das hat Auswirkungen nicht nur auf die unmittelbaren Anwohner, sondern auf den gesamten Kiez innerhalb des Dreiecks Bundesallee, Haupt-/Rheinstraße und Saarstraße. Die SPD-Friedenau sucht deshalb den Dialog mit den Anwohnern und lädt zusammen mit dem Pflegeheim LebensWerk Friedenau für den 29. Juli um 19 Uhr ein in das LebensWerk in der Bennigsenstraße 23/24 (Ecke Stierstraße). Für Ihre Fragen stehen Dilek Kolat (MdA), Oliver Schworck (Bezirksstadtrat) und Oliver Fey (Bezirksverordneter) zur Verfügung.

Was wird aus dem ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf in Friedenau?
Der ehemalige Güterbahnhof Wilmersdorf entlang der BAB 100 am Innsbrucker Platz liegt in Friedenau. Das mag so manchen verwirren, aber viele Bahnhöfe führen nicht den Namen des Ortsteils, innerhalb dessen sie liegen, sondern zu welchem Ort sie führen. Nach dem Übergang von der Reichsbahn zur Deutschen Bundesbahn (heute Deutsche Bahn AG) ist das Areal des ehemaligen Umschlagplatzes heute verwaist. Seitdem die Nutzung eingestellt worden ist, hat sich das Gebiet langsam aber stetig zu einem neuen Biotop entwickelt. Inzwischen hat die Deutsche Bahn für das wertvolle Grundstück im letzten Jahr mit dem Hamburger Investor BÖAG eine Kaufoption vereinbart, der dort ein Einkaufszentrum mit Discountern, Fastfood- und Baumarktfilialen einschließlich einem Großparkplatz (ganz wie auf einer grüne Wiese) bauen wollte. Diese Pläne wurden von der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof- Schöneberg strikt abgelehnt. Sie fordert, hingegen eine Wohnbebauung und Raum für Kleingewerbe. Im Rahmen der ersten "Friedenauer Gespräche" zu diesem Thema sind am 21. Mai 2011 etwa 45 Anwohnerinnen und Anwohner der Einladung zur Besichtigung und Information auf dem Güterbahnhofsgelände gefolgt. Eine höchst sachliche und sachkundige Debatte zur Zukunft dieses Gebietes brachte interessante Ideen zu Tage: So zum Beispiel für eine Wohnbebauung, die für jeden Geldbeutel etwas anbietet und Flächen für kreative Büro-, Gewerbe- und Ladengeschäfte, die über den reinen Konsum hinaus belebende Wirkungen für Friedenau und Schöneberg entfalten können. Aber auch der Wunsch, alles so zu lassen wie es ist oder etwa einen Solarpark anzulegen, wurde geäußert. Schließlich spielt bei dem Gelände auch die gute Verkehrsanbindung eine Rolle, die für Klein- und mittleres Gewerbe sowie für zukünftige Anwohnerinnen und Anwohner von besonderem Vorteil ist. Die SPD Friedenau und die SPD Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg haben schon länger ein waches Auge auf die weitere Entwicklung. Die BÖAG als Investor hat - nachdem sie merkte, dass ihre ursprünglichen Pläne auf wenig Akzeptanz stoßen - eine Planungswerkstatt zugesagt. In ihr sollen alle Beteiligten sowie die Anwohner mit einbezogen werden. Nunmehr hat die SPD Friedenau erfahren, dass sich zudem eine Studentengruppe der Bauhaus-Universität Weimar seit Monaten mit der Umgestaltung des Bundesplatzes befasst und in ihre Überlegungen und Vorschläge auch die planerische Gestaltung des Güterbahnhofs-Areal einbezogen hat. Hierzu wurden unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Wolfgang Christ mehrere Modelle geschaffen, die die zukünftige – auch verkehrstechnische – Nutzung des Bahnhofsgeländes als öffentlichen Raum plastisch darstellen. Die Friedenauer SPD hofft, dass eine konstruktive Bürgerbeteiligung und die wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Christ und seine Studenten zu einer gedeihlichen Entwicklung führt. Wir suchen deshalb den Dialog mit den Anwohnern, um deren Vorstellungen über die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und das Abgeordnetenhaus mit in das Verfahren einbringen zu können.
Ortsführung am 21. Mai 2011
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