100 Jahre Stadtrat Friedrich Küter

Veröffentlicht am 24.05.2021 in Informationen

Die SPD Mariendorf und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gedachten Friedrich Küters aus Anlass des Jahrestags seines Geburtstages an dem Gedenkstein, der zu seinen Ehren den Volkspark Mariendorf schmückt.

Die Mariendorfer SPD-Bezirksverordneten Manuela Harling, Jan Rauchfuß und Lars Rauchfuß würdigten in einer gemeinsamen Stellungnahme die Verdienste Friedrich Küters:

„Friedrich Küter hat mit seinem Engagement den Mariendorferinnen und Mariendorfern den Volkspark geschenkt, den wir auch heute als Ort der Erholung dringend brauchen und schätzen.

Friedrich Küter ist uns bis heute ein Vorbild, uns beharrlich in der Kommunalpolitik zu engagieren und unseren Ortsteil ganz konkret weiterzuentwickeln. Sein Mut, sich der Verfolgung und Repression durch die Nationalsozialisten zu widersetzen, beeindruckt uns tief und ist uns Ansporn, für unsere demokratischen Werte einzustehen.“

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler erinnerte vor Ort an das Schicksal Friedrich Küters und bekräftigte seine politische Lebensleistung für den Bezirk: „Die Verfolgung Friedrich Küters und seine Ermordung durch die Nationalsozialisten mahnen uns, gegen Rassismus und Rechtsextremismus einzustehen und für eine freie und demokratische Gesellschaft zu kämpfen. Friedrich Küter hat mit dem Volkspark den Ortsteil Mariendorf in einer Weise geprägt, die uns auch fast 100 Jahre später noch tief beeindruckt und erfreut.“

Die Familie Küter zog 1912 nach Mariendorf in die Dorfstraße 2 (heute Alt-Mariendorf 53). Am 20. Juni wurde Friedrich Küter zum Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung, am 23. November zu deren Präsidenten gewählt. Ab 1921 leitete er als Bezirksstadtrat die Abteilung Bauwesen und setzte sich vor allem für die Grünflächen und Kleingärten des Bezirks ein. 1931 konnte so der Volkspark Mariendorf eingeweiht werden.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 konnte Friedrich Küter seine politischen Ämter nicht weiter ausüben und wurde aus seiner Funktion als Bezirksstadtrat entfernt.

1944 wurde Friedrich Küter in sogenannte Schutzhaft genommen und vom Polizeipräsidium Alexanderplatz ohne juristisches Verfahren in das KZ Sachsenhausen überstellt. Als dieses im Frühjahr 1945 aufgelöst wurde, wurde Friedrich Küter auf den Transport in das KZ Bergen-Belsen geschickt. Er starb entweder noch auf dem Transport oder im KZ Bergen-Belsen an den Folgen seiner Verschleppung. Am 6. November 1951 ist er mit dem Datum 31. Januar 1945 offiziell für tot erklärt worden.

 
 

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